Die Linke Lübeck zu den Äußerungen von Wolfgang Kubicki

Am 18.02.2026 trafen sich Wolfgang Kubicki und Prof. Dr. Holger Schulze zum „Klartext“ in Erlangen. In erster Linie diente dieser Termin wohl als Verkaufsveranstaltung für Kubickis aktuelles Buch und man wünscht sich inständig, dass das geschriebene Wort sinnvoller ist als das Gesprochene an diesem Abend. Nicht nur die Anzahl an Beleidigungen und Verunglimpfungen anderer Politiker steigt mit zunehmendem Alter Kubickis in einem exponentiellen Ausmaß, das trifft auch auf die Skepsis wissenschaftlicher Fakten z. B. zum Thema Klimawandel zu.

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Kubickis Zitat: „Wir haben so viele Soziologen und Sozialarbeiter und sonstige überflüssige Menschen in diesem Land“ war eingebettet in die Forderung, mehr junge Menschen sollten Naturwissenschaften studieren. Die gedankliche Brücke dahin: Wenn es so viele Sozialarbeiter gebe, brauche man offenbar mehr Menschen, die betreut werden müssten – und wer nicht glaube, betreut werden zu müssen, dem müsse man das eben lange genug einreden, notfalls mit zwei Therapeuten.

 

„Man weiß kaum, was mehr befremdet: die stumpfe Abwertung ganzer Berufsstände oder das schlichte Weltbild, das dahinter hervorblitzt. Während Menschen in sozialen Berufen tagtäglich Herausragendes leisten, aus Überzeugung die berühmte Extrameile gehen und gesellschaftliche Brüche kitten, sitzt dort ein Altpolitiker und versucht, mit pauschalen Provokationen Applaus zu ernten. Wenn das die strategische Zuspitzung sein soll, stellt sich unweigerlich die Frage: Ist das tatsächlich der Anspruch, mit dem die FDP heute wahrgenommen werden möchte?“ fragt sich Andreas Müller, Kreissprecher der Linken in Lübeck.

„Hier sprach kein Provokateur mit kalkulierter Pointe, sondern jemand, der komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge mit erstaunlicher Beiläufigkeit auf Stammtischniveau eindampft. Mein Fazit aus dieser Dauerwerbesendung für Kubickis Buch: Nicht jede politische Karriere profitiert von maximaler Laufzeit. Und wenn an diesem Abend irgendetwas wirklich überflüssig wirkte, dann nicht Sozialarbeiter oder Soziologen – sondern die demonstrative Selbstgewissheit eines Politikers, dessen Partei seit Jahren darum kämpft, die Drei-Prozent-Marke nicht zur Komfortzone werden zu lassen.“, ergänzt Bianca Szygula, Kreissprecherin der Linken in Lübeck.