DIE LINKE Lübeck: Frauen sterben, weil sie Frauen sind

Am 25. November wird der internationale Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen auch in Lübeck begangen. Jeden Tag gibt es in Deutschland einen polizeilich registrierten Tötungsversuch an einer Frau – jeden dritten Tag stirbt eine Frau in Deutschland durch ihren Partner oder Expartner. Jede dritte Frau in Europa von Norwegen bis Spanien, hat schon mal körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt und nahezu jede Frau erlebt sexuelle Belästigung.

"Diese Zahlen sind alarmierend und seit Jahren konstant hoch!", erklärt Katjana Zunft, Fraktionsvorsitzende der Lübecker Linken, die selbst lange Jahre in einem Frauenhaus gearbeitet hat und die Qualen der Frauen kennt. "Die Gesellschaft und Politik versucht immer wieder, dieses Problem zu verharmlosen oder auf eine bestimmte Tätergruppe zu reduzieren. Aber es handelt sich um ein sehr großes gesamtgesellschaftliches Problem, dass nur gemeinsam gelöst werden kann“, so Zunft weiter.

DIE LINKE kritisiert, dass auch die Politik zu wenig tut und zu wenig Haltung zeigt.

"Immer wieder müssen sowohl die Lübecker Frauenhäuser als auch Frauenhäuser deutschlandweit um ihre Existenz bangen. Immer wieder wird auch an Gewaltschutz eher gespart als dass man ihn fördert. Und das, obwohl die Gewaltdelikte eher steigen statt rückläufig sind“, sagt Andreas Müller, Vorsitzender der Lübecker Linken und sozialpolitischer Sprecher der Fraktion.

"Diese immense Gewalt gegen Frauen muss endlich ernst genommen und wirkungsvoll bekämpft werden. DIE LINKE wirft den Verantwortlichen vor, sich immer noch nicht seriös mit der Gleichstellung der Geschlechter zu beschäftigen. Solange Frauen nicht selbstverständlich in allen Bereichen des Öffentlichen-, Berufs-  und Familienlebens gleichgestellt werden, wird die Gewalt von Männern gegen Frauen nicht aufhören. Solange zum Beispiel eine Fußballweltmeisterschaft in einem Land stattfindet, in dem Frauen keine Menschenrechte haben, unterstützt die FIFA das gewalttätige Patriarchat weltweit und sendet eine fatale Botschaft. Die Botschaft muss sein, wer Frauen nicht gleichwertig und gleichgestellt behandelt, wird von der Gesellschaft geächtet und nicht noch belohnt. Da müssen Politik, Sportverbände und Staat gemeinsam vorangehen“, erklären Katjana Zunft und Andreas Müller.