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8. November 2018

DIE LINKE will Nahversorgung nachhaltig gestalten

Die Fraktion der Linken in der Bürgerschaft betrachtet die zunehmenden Schließungen von Nahversorgern in Lübeck, wie zuletzt in St. Lorenz Süd und Schlutup, kritisch. Deshalb möchte sie im Wirtschaftsausschuss am kommenden Montag von der Verwaltung wissen ob und wie die Qualität, Vielfalt und Streuung der Nahversorgung nachhaltig gestaltet werden kann.

 

"Gerade in Schlutup hat die Schließung des Sky-Marktes zu großen Einbußen in der Lebensqualität, besonders der älteren Menschen, geführt. Diese sind auf zentral gelegene Einkaufsmöglichkeiten angewiesen. Gekoppelt mit dem katastrophalen Nahverkehr in Lübeck, kann das Problem sogar existentiell werden. Es kann deshalb nicht sein, dass wir als Wirtschaftsausschuss kein Auge auf solch drohende Entwicklungen haben und erst Recht nicht, dass wir keine nachhaltigen Konzepte entwickeln", sagt Sebastian Kai Ising, wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion.

 

DIE LINKE hat ihre Anfrage absichtlich an den Wirtschaftsausschuss der Stadt gestellt, wohlwissend, dass das Thema Nahversorgung bisher im Bauausschuss verortet sei.

 

"Die Sicherstellung von Einkaufsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsschichten ist ein Querschnittsthema. Was baupolitisch Sinn ergibt, muss nicht zwangsläufig wirtschaftlich sinnig oder gar sinnvoll für die Menschen und ihre Lebensrealität sein. Zumal die Stadt inzwischen mangelnde Nahversorgung als Argument für den Wegfall sozialen Wohnungsbaus heranzieht, mit dem zynischen Hinweis dass ärmere Menschen nicht über notwendige Mobilität verfügen. Weniger kompliziert denkende Menschen kämen an dieser Stelle wohl eher auf die Idee den Nahverkehr günstiger und besser zu machen und neue Nahversorger anzusiedeln, anstatt Menschen mit geringen Einkommen aus den Stadtteilen zu drängen", so Ising weiter.