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4. Dezember 2017

DIE LINKE: Armut in Lübeck ist weiblich und alleinerziehend

In der vergangen Woche erschien der aktuelle Sozialbericht der Hansestadt Lübeck. Aus diesem lässt sich deutlich ablesen, das Alleinerziehende - die zu 95% weiblich sind – und Frauen insgesamt zu den am meisten von Armut Betroffenen in Lübeck gehören.

Die Zahlen belegen, das Frauen im Durchschnitt immer noch weniger Lohn erhalten und zudem meist nur in Teilzeit- oder Mini-Jobs beschäftigt und daher verstärkt auf Sozialleistungen angewiesen sind. 

Rund siebzig Prozent der SGBII Beziehenden sind Frauen, in fast der Hälfte aller Bedarfsgemeinschaften leben weibliche Alleinerziehende. Die hieraus resultierende Familien-Armut trifft auch und gerade die Kinder:  Fast jedes dritte Kind in der Hansestadt ist auf Sozialleistungen angewiesen. Auch der Anteil berufstätiger Frauen, die dennoch ergänzende Leistungen beziehen müssen wächst immer weiter.

"Für mich sind das unerträgliche Zahlen, die sich von Jahr zu Jahr verschlechtern,  erklärt Katjana Zunft, Vorsitzende der LINKEN Lübeck und Mitglied im Sozialausschuss. 

"Alleinerziehende Frauen haben immer noch das größte Armutsrisiko in Lübeck und kaum eine Möglichkeit sich aus eigener Kraft aus dieser Situation zu befreien. Staatliche Hilfen kommen nicht zielgerichtet an, da diese von den Trägern der Leistungen gegengerechnet werden. Auch Lübeck muss sich endlich überlegen, wie diese Frauen und Kinder nachhaltig Förderung und Unterstützung erfahren können“, So Zunft weiter.

DIE LINKE. Lübeck hat auf dem Weg zur ihrem Programm für die Kommunalwahl 2018 konkrete Ideen zur Verbesserung der Situation. So fordert sie ein Kinder-Weihnachstgeld für Familien im Leistungsbezug, aber auch einen Betreuungspool für Alleinerziehende, auf den im Bedarfsfall zurück gegriffen werden kann, um der Erwerbstätigkeit ohne Vernachlässigung der Interessen der Kinder nachgehen zu können. 

Weiter fordert DIE LINKE mehr Teilzeitausbildungen zu ermöglichen und die Betreuungszeiten so zu verlängern, dass Frauen auch in Vollzeit arbeiten können. Alleinerziehende, die knapp über dem Regelsatz leben, sollen stärker unterstützt werden. So soll es ihnen ermöglicht werden, das sie für Klassenfahrten oder Betreuungskosten verstärkt auf den Bildungsfond zugreifen können.

"Wir dürfen diese Familien nicht weiter vergessen. Wir müssen anerkennen, dass Alleinerziehende ein Drittel der lübschen Bevölkerung ausmachen und das sie anderer Angebote bedürfen, als Zweielternfamilien“, erklärt dazu  Ragnar Lüttke, Bürgerschaftsabgeordneter der LINKEN Lübeck. "Vor allem in Moisling und Buntekuh ist der Anteil der Alleinerziehenden, die in Bedarfsgemeinschaften leben mit knapp 70 % besonders hoch. In diesen Stadtteilen müssen wir gezielt Angebote schaffen um die Menschen nicht zurück zu lassen", so Lüttke weiter.

DIE LINKE fragt in ihrer neuen Kampange: "Wem gehört die Stadt?" Unsere Antwort lautet ganz klar: "Sie gehört auch den alleinerziehenden Frauen und Männern, sie gehört vor allem auch den rund dreißig Prozent in Armut lebenden Kindern zu gleichen Teilen. Wir fordern eine Stadt für Alle!“