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30. Oktober 2018

Fraktion DIE LINKE: Leben für die Freiheit

An kommenden Donnerstag, den 1. November lädt die Fraktion DIE LINKE um 18 Uhr zu einer Veranstaltung in das Rathaus ein.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion von und mit Baya Maouche mit dem Titel „Leben für die Freiheit“ ist Suzanne Masson und France Bloch-Sérazin gewidmet, die in Lübeck im Jahre 1943 verurteilt und am 1. November 1943 in Hamburg hingerichtet wurden.

 

Beide Frauen saßen im Gefängnis Lübeck-Lauerhof in Haft. Ihr Verbrechen war: Sie wollten ihr okkupiertes Land vom Faschismus befreien und ein Leben in Freiheit für sich und den nach ihnen kommenden Generationen ermöglichen.

 

"Wir fühlen uns dem Gedenken an all denen die tapfer Widerstand leisteten bis Heute verpflichtet, ebenso dem ehrenden Andenken an die Millionen Opfer des Faschismus. Denn Gedenken bedeutet auch der Wille und Glaube an eine friedliche und bessere Zukunft“, konstatiert Ragnar Lüttke, Bürgerschaftsmitglied, DIE LINKE. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

 

Einladungstext in voller Länge:

 

Leben für die Freiheit

 

Zwei Patriotinnen aus Frankreich Suzanne Masson und France Bloch-Sérazin, starben unter der Guillotine im Jahr 1943 in Hamburg. Beide Frauen saßen in Haft in dem Gefängnis Lübeck-Lauerhof. Ihr Verbrechen war: Sie wollten ihr okkupiertes Land vom Faschismus befreien und ein Leben in Freiheit den nach ihnen kommenden Generationen ermöglichen.

 

Der Vortrag von Baya Maouche über das Engagement der beiden französischen Widerstandskämpferinnen wird u.a. auf den „Résistance“- Begriff und auf die unterschiedlichen Aspekte der Erinnerungskultur eingehen.

 

Die Erinnerung an alle Menschen, die ihr Leben für ein freies Europa geopfert haben, soll gehegt werden, insbesondere an die zwei französischen Widerstandskämpferin.

Aus den Abschiedsbriefen, die France Bloch-Sérazin an ihre Familie kurz vor ihrem Tod schrieb, wird ihre Liebe zum Leben, die Liebe zu dem Land, in dem sie eine glückliche Kindheit und Jugendzeit im Rahmen ihrer Familie verbrachte, deutlich.

Briefe gehören, frei nach Goethe, zu den wichtigsten Denkmälern, die der einzelne Mensch hinterlassen kann.

 

Suzanne Masson hat möglicherweise Abschiedsbriefe geschrieben, sie haben uns bis heute nicht erreicht. Von ihr als N.N Häftling fehlt beinahe jede Spur von der Gefängniszeit.

 

Baya Maouche

 

1952 wurde sie in Algerien geboren und erlebte als Kind den Unabhängigkeitskrieg.

1962 nach Ende des Algerienkrieges kam sie mit ihrer Familie (als Teil der Zivilbevölkerung) nach Frankreich.

1972 kam sie als französische Studentin nach Norddeutschland. An der Universität Hamburg studierte sie Germanistik und Romanistik. Während ihrer Lehrtätigkeit wurde sie mit der Aufarbeitung der deutsch-französischen Geschichte konfrontiert. Dies begründete ihr Engagement für den Frieden, gegen Krieg und Rassismus.

 

In Zusammenarbeit mit Gerda Zorn, Lübecker Historikern, Roland Sérazin und der Hansestadt Lübeck wurde auf ihre Initiative hin 2014 die Gedenktafel für die französische Widerstandskämpferinnen, Suzanne Masson und France Bloch-Sérazin, vor der Justizvollzugsanstalt JVA Lauerhof angebracht.

 

Veranstalterin:

DIE LINKE.

Bürgerschaftsfraktion

Rathaus

Breitestraße

25339 Lübeck

Tel.: 0451 122 2371

die-linke@luebeck.de