Detailansicht

13. November 2019

DIE LINKE: Strommixe kritisch prüfen

Sebastian Kai Ising, klima- und energiepolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion der Lübecker LINKEN möchte Konzepte der Bürgerenergie Vorrang geben.

Kritisch blickt die Bürgerschaftsfraktion der Lübecker LINKEN auf die Ankündigung der Stadtwerke für ihre Kunden zukünftig nur noch 100 % "grünen" Strom bereit zu stellen. Der Ankauf erneuerbarer Energien garantiere keinesfalls eine bessere Ökobilanz, sondern könne je nach Lieferant auch nur ein Ablasshandel sein.

 

"Bei der Zusammenstellung von Strommixen ist für die Ökobilanz wichtig, wie die Lieferanten ihre eigene Produktion zusammenstellen, nicht der Mix des Endabnehmers. So beziehen in Schleswig-Holstein immer noch einige Stadtwerke vermeintlich klimafreundliche Stromkontingente, die gewinnbringend aus österreichischen Wasserkraftwerken exportiert werden. Österreich selbst füllt diese Kontingente, die im Eigenbedarf fehlen, dann mit fossiler Energie auf. Dadurch entsteht eine "Schein-Ökologie", der Ausstoß von Schadstoffen bleibt hingegen gleich", sagt Sebastian Kai Ising, klima- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Lübecker Bürgerschaft.

 

Deshalb sei es einerseits sehr wichtig die einzelnen im Strommix enthaltenen Anbieter und ihre Gesamtproduktion zu prüfen. Es mache keinen Sinn Produzenten, die hauptsächlich immer noch fossile Energie produzieren, finanziell zu stützen, indem man ihnen geringe Mengen erneuerbarer Energien abkaufe. Andererseits garantiert nur die autarke lokale Energiegewinnung eine wirkliche Verbesserung der Ökobilanz.

 

"Wenn wir die Verringerung des CO2-Ausstosses tatsächlich in Angriff nehmen wollen, muss der Eigenanteil lokal erzeugter erneuerbarer Energien deutlich gesteigert werden. Wir begrüßen daher das Ansinnen der Stadtwerke, endlich die Photovoltaik auf Dächern voranzubringen und hoffen, dass die Verwaltung schnellstmöglich den von der Bürgerschaft im August beschlossenen linken Antrag zur Dächerprüfung umsetzt. Nur wenn wir uns autarke und sozial-ökologische Modelle der Bürgerenergie und des Mieterstroms wie beispielsweise in Krummesse zum Vorbild nehmen, können wir perspektivisch eine echte lokale Energiewende erreichen", so Ising weiter, dessen Fraktion im neuen Jahr einen umfassenden Aktionsplan zur Klimagerechtigkeit in die Bürgerschaft einbringen will.