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20. April 2020

DIE LINKE: In Lübeck schlafen über 20 Menschen auf der Straße

DIE LINKE Lübeck teilt die Kritik der Lübecker Obdachlosenhilfe e.V. an den offiziellen Zahlen der Lübecker Verwaltung, der auf der Straße lebenden Menschen in der Hansestadt. Auch DIE LINKE ist sehr verwundert über die angegebenen Zahlen der Stadt und Vorwerker Diakonie, die nur von acht Menschen sprachen, die auf der Straße schlafen.

Die Linke Lübeck versorgt schon seit Jahren obdachlose und wohnungslose Menschen mit verschiedenen Angeboten, wie das kostenlose Frühstück, Sozialberatung oder Lebensmittelspenden. In den letzten Wochen wurde zusammen mit der Obdachlosenhilfe e.V. und der St. Marienkirchengemeinde eine Suppenküche auf die Beine gestellt, die durch Spenden und Ehrenamtliche jeden Tag um die 30 Menschen versorgt.

"Wir haben daraufhin noch mal jeden unserer Gäste befragt, wo sie denn schlafen“, erklärt Ragnar Lüttke, Fraktionsvorsitzender der Linken, "Am Ostersonntag hatten wir 30 Gäste, von denen 15 Menschen auf der Straße schlafen, sieben sind in Notunterkünften und vier schlafen bei Freunden. Nur wenige unter den Gästen hatte noch eine eigene Wohnung. Wir wissen von sechs weiteren Personen, dass sie auf der Straße leben, die am Sonntag nicht anwesend waren“, ergänzt Ragnar Lüttke.

DIE LINKE schätzt, dass es um die 22 Menschen sind, die zurzeit auf der Straße schlafen.

"Wir sind von der Vorwerker Diakonie angeschrieben worden, dass man irritiert sei von unserem Tun und dass man die Arbeit den Profis überlassen soll. Außerdem sollten wir die Arbeit ihrer Mitarbeiter:innen anerkennen und wertschätzen. Das tun wir unbedingt, ich weiß aus beruflichen Zusammenhängen um die wirklich engagierten Mitabeiter:innen und bin froh, dass es sie gibt. Dennoch würden wir uns freuen, wenn auch unsere ehrenamtliche Arbeit anerkannt und wertgeschätzt würde“, erklärt Katjana Zunft, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken.

"Wir gehen davon aus, dass der Stadt und der Vorwerker Diakonie nicht alle obdachlosen Menschen der Stadt bekannt sind und würden uns sehr freuen, wenn es hier eine Zusammenarbeit geben könnte, um allen zu helfen. Wir laden die Mitarbeiter:innen der Vorwerker Diakonie ein, unser Straßenrestaurant zu besuchen, um dort alle Hilfsbedürftigen kennenzulernen, so dass Jeder und Jedem geholfen werden kann“, erklären Katjana Zunft und Ragnar Lüttke.

"DIE LINKE ist in dieser Zeit ein wichtiger Anlaufpunkt  für Menschen in Not. Wir verteilen auch außerhalb der Suppenküchenzeit Lebensmittel und Getränke, wir schmieren Brote für die Versorgungstüten des Herzenswärme- Busses, wir starten gerade eine Hilfspaket- Aktion für Bedürftige, die ihre Wohnungen nicht verlassen können und wir unterstützen gemeinsam mit unseren Kooperationspartner:innen auch das AWO Frauenhaus. In diesen besonderen Zeiten sollten alle Organisationen zusammen arbeiten statt gegeneinander. Wir bedanken uns auch bei allen Spenderinnen und Spendern, Helferinnen und Helfern und vor allem bei unseren Kooperationspartner:innen für diese große Solidarität, die über alle Grenzen hinweg nur das Wohl der Menschen im Blick hat“, so Katjana Zunft und Ragnar Lüttke.