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13. September 2018

DIE LINKE: Gleichstellung ist in Lübeck nicht gewollt

Im ersten Hauptausschuss, nach der Bürgerschaftssitzung, in der beschlossen wurde den Gleichstellungsausschuss abzulehnen und ihn stattdessen als Alibi, auf Antrag der SPD, an dem Hauptausschuss anzuhängen, der aber fast nur von Männern besetzt ist, kam es gleich zu zwei bösen Überraschungen: Zum einen stellte die Stellvertretende Vorsitzende Gabriele Schoppenhauer von der SPD fest, dass man erst mal prüfen müsse, ob das überhaupt so ginge, was die SPD da beantragt hatte, und zum zweiten wurde der erste Antrag zum Thema Gleichstellung mit den Stimmen von SPD, CDU und AfD abgelehnt.

 

"Ich fühle mich als Frau auf dem Arm genommen“, sagt Katjana Zunft, Vorsitzende der Partei und Bürgerschaftsmitglied der Linken, „Gleichstellung ist in Lübeck nicht gewollt, anders kann man dieses ganze Theater nicht mehr anders erklären“.

 

Schon bei der Diskussion um den Gleichstellungsauschuss in der Bürgerschaft zeigte sich, dass die meisten nicht wussten worüber sie überhaupt diskutieren, obwohl sie schon einmal um Vertagung des Themas gebeten hatten, um sich zu informieren.

 

Das Lübeck im Genderranking weit hinten auf dem 64 Platz angekommen ist, nachdem es schon mal auf Platz 4 war, scheint besonders die großen Fraktionen nicht weiter zu kümmern, geschweige denn dass sie daran etwas ändern wollen.

 

"Es ist ein Armutszeugnis für die Stadt und die Fraktionen den Gleichstellungsauschuss so offensichtlich zu bekämpfen und mit Fadenscheinigen Argumenten verhindern zu wollen. Das sich die SPD damit in ihren eigenen Reihen unbeliebt macht und die Frauen der SPD sich gegen den Beschluss der Männer stellen, freut mich sehr, denn es zeigt, dass Frauen sehr gut überfraktionell an einen Thema arbeiten können und das eine strukturelle Benachteiligung von Frauen nicht mehr hingenommen wird“, argumentiert Katjana Zunft.

 

Aufgabe des Gleichstellungsausschuss ist es für die Gleichstellung aller Geschlechter, aber auch von benachteiligten Menschen, alten Menschen und behinderten Menschen in Lübeck zu sorgen. Da geht es um Themen wie die Armutsbekämpfung von Frauen, um gerechte Besetzung von Gremien und gleiche Bezahlung bei Städtischen Gesellschaften. Es geht auch um Unisex Toiletten für Menschen, die eben nicht Mann oder Frau sind.