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11. Oktober 2017

DIE LINKE: Entsetzen über Ablehnung von Spiel- und Lernräumen in Flüchtlingsunterkünften

In seiner letzten Sitzung hatte der Sozialausschuss über eine Verbesserung der Ausstattung von Flüchtlingsunterkünften zu befinden. 
Ein Antrag der GAL sah grundlegende Verbesserungen für die Bewohnerinnen und Bewohner der Lübecker Sammelunterkünfte vor. 

Dazu gehörte neben einer besseren Ausstattung der Aufenthaltsräume, vor allem auch mehr Platz bei der Unterbringung und Spiel- und Lernräume für Kinder und Jugendliche. 

Gerade die Unterkunft in der Ostseestraße bietet - außer völlig kahlen Räumen mit einem Tisch und vier Stühlen - keinerlei Aufenthaltsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche außerhalb der Betreuungszeiten durch Mitarbeiter des DRK oder Johaniter an. Auch die Außenanlagen verfügen über keine Spielmöglickeiten für Kinder.

Nachdem die diesbezüglichen Anträge bei der letzten Sitzung vertagt wurden, weil die SPD laut ihres Bürgerschaftsmitglieds Ingo Schaffenberg Beratungsbedarf habe,  lehnte die SPD - gefolgt von CDU, FDP und BFL - jegliche  Verbesserungsmaßnahmen diskussionslos ab.

"Ich bin entsetzt über dieses Verhalten der SPD und der anderen Parteien," berichtet Katjana Zunft, Vorsitzende der Lübecker Linken und Mitglied des Sozialauschusse.

"In den Unterkünften gibt es außerhalb der Betreuungszeiten rein nichts, womit Kinder sich beschäftigen können. Jegliche privaten Einrichtungsgegenstände wurden den Familien mit  Hinweis auf Brandschutz abgenommen. Jetzt soll es nicht einmal für erfolgreiche Integration dringend benötigte Spiel- und Lernzimmer geben. Wer mit bis zu sechs  Leuten ein Zimmer teilen muss, der braucht Privatsphäre und ruhige Orte zum lernen. Für Kinder und Jugendliche, die zur Schule gehen, muss es Lernmöglichkeiten geben", so Zunft weiter.

Schon im Frühjahr hatte DIE LINKE die Mängel in den Einrichtungen angeprangert und auf deutliche Verbesserungen gepocht - leider ohne Gehör zu finden. 

"Ich hätte mir gewünscht, dass es zumindest Konsens ist, die Anliegen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen und eine Selbstverständlichkeit hier für Verbesserungen zu sorgen. Kosten wären kaum entsanden, weil reichlich Spielzeuge gespendet werden, die aber unter Verschluss gehalten werden. Gerade von der SPD sollte man anstelle von Verschleppung und Vertagung mehr soziales Verständnis erwarten können", erklärt Ragnar Lüttke, Bürgerschaftsmitglied für DIE LINKE.

DIE LINKE setzt sich seit langem für Verbesserungen in den Unterkünften in Lübeck ein,  stößt dabei jedoch  immer wieder auf taube Ohren bei den aktuellen Mehrheiten.