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12. Juli 2020

Dialog ist besser als Vandalismus

"Das einzige Gewaltmittel, das zum Sieg führen wird, ist die politische Aufklärung"

- Rosa Luxemburg 

 Am Samstag, den 11. Juli 2020, wurde am helllichten Tag das Parteibüro der LINKEN Lübeck angegriffen, es wurden Parolen gesprüht und die Scheiben des Büros eingeschlagen. Zeitgleich wurden auch die Büros von SPD und Grünen beschmiert. 

Denkt man zunächst an einen Angriff aus dem rechten Lager, zeigen die Parolen eine andere Sicht. "R 94" wurde auf die Tür gesprüht. Damit ist die Rigaer Straße 94 in Berlin gemeint. Dies ist ein von Linksautonomen besetztes Haus, das vor Heuschrecken und Kapitalismus gerettet werden soll. Dabei haben die Aktivist:innen unsere vollste Solidarität. 

Aber warum der Angriff auf ein LINKES Büro in Lübeck? Wir vermuten, Personen aus dem linksautonomen Spektrum wollten ihren Unmut über die Berliner Landesregierung ausdrücken. In Berlin regiert Rot-Rot-Grün und wird damit in der Verantwortung gesehen, die Räumung des Hauses R94 veranlasst zu haben. Damit hat DIE LINKE in Lübeck nichts zu tun.

Wir halten eine Auseinandersetzung mit der Räumung in Berlin grundsätzlich für notwendig.

Die Ausübung von sinnloser Zerstörung und den entstandenen Sachschaden in noch unbekannter Höhe kritisieren wir jedoch scharf. Eine solche Handlung fördert keinen Dialog, sondern schafft Fronten zwischen Links und Links.  

Es erschüttert uns sehr, dass der Vandalismus mutmaßlich von Personen aus dem linken Spektrum ausging. 
Wir sehen uns als parlamentarischen Arm der linken Idee, wir teilen unsere Ideale, wollen eine solidarische Gesellschaft, den Kapitalismus überwinden, wollen die Menschen in den Fokus unseres Denkens und Handelns stellen und nicht die Macht des Kapitals und das Streben nach Reichtum. Wir sehen uns als Ergänzung der außerparlamentarischen Bewegung und setzen uns in den Parlamenten für eine sozialistische, humanistische und solidarische Politik ein. Wir unterstützen Proteste und halten auch ein gewisses Maß an zivilem Ungehorsam für richtig, aber niemals werden wir Gewalt billigen. Wir sind Pazifist:innen, die jegliche Form von Gewalt ablehnen.

Unser Büro wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Wir nehmen grundsätzlich keine Spenden von Unternehmen an. Zudem unterstützen wir notleidende Menschen mit Speisen und Getränken. Jeder Cent, der uns nun durch die Reparaturen fehlt, fehlt uns für die Hilfe an Obdachlosen, Erwerbslosen, Frauen und Kindern. Das ist zutiefst unsolidarisch!

Wenn Linke gegen Linke kämpfen, zeugt auch das von einer Geschichtsvergessenheit. Der gemeinsame Feind steht RECHTS! Wir müssen gemeinsam zusammenstehen und gehen und stark sein gegen Faschismus, Diskriminierung und antidemokratische Mächte. Und dafür brauchen wir viele Menschen, die mitmachen und nicht wenige, die Steine werfen. Gerne setzen wir uns mit berechtigter Kritik auseinander und finden gemeinsam Wege. Dafür brauchen wir aber den Dialog, den wir hiermit gerne anbieten. 

Gleichzeitig möchten wir uns für alle Solidaritätsbekundungen und Spenden bedanken, die uns bereits erreicht haben, auch aus dem autonomen linken Spektrum. Dafür sagen wir von Herzen DANKE und hoffen darauf, dass es keine weiteren Vorfälle gibt, sondern das gesprochene Wort in Zukunft eine Brücke schlagen kann und weiteren Vandalismus verhindert. 


Denn "Reden ist unser Privileg. Wenn wir ein Problem haben, das wir nicht durch Reden lösen können, dann hat alles keinen Sinn." - Rosa Luxemburg