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28. Mai 2018

DIE LINKE fordert Sozialwohnungen bei jedem Bauvorhaben

Aktuellen Studien ist zu entnehmen, dass das aktuelle politische Bemühen um mehr Sozialwohnungen einen großen Fehler macht, wenn dabei nicht auf eine Durchmischung der Bevölkerung geachtet wird. So habe in rund 80 Prozent der untersuchten Kommunen die räumliche Ballung von Menschen zugenommen, die von staatlichen Sozialleistungen wie Hartz IV leben. 

Die Folgen davon ist, dass Kinder, die in solchen Vierteln aufwachsen, schlechtere Bildungschancen aufweisen, da die Nachbarschaft als sozialer Begegnungsraum den Bildungserfolg und die Bildungsmotivation beeinflusst.

"Wir fordern das bei jedem Bauvorhaben in Lübeck konsequent mindestens 30 % sozialer Wohnungsbau berücksichtigt wird. Dies wird von den Mehrheiten der Bürgerschaft immer wieder abgelehnt. Durch diese Ignoranz entstehen immer wieder Wohnviertel, die nur für Besserverdiener zu Verfügung stehen", erklärt Katjana Zunft Bürgerschaftsmitglied und Vorsitzende der Lübecker LINKEN. "Wenn wir wirklich ernsthaft Kinderarmut bekämpfen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass Reich und Arm zusammen leben und von der Lebenswirklichkeit des jeweils Anderen profitieren können. Auch Reiche und bessergestellte Menschen profitieren davon, wenn sie die Lebenswirklichkeit ihrer Mitmenschen hautnah erleben können", so Zunft weiter.

"Wir wundern uns einerseits über Politikverdrossenheit, nehmen andererseits jedoch das Aufsteigen rechtspopulistischer Parteien billigend in Kauf, indem wir die soziale Spaltung durch die Schaffung von weiteren Brennpunkten und die Bildungen von Armenvierteln  voran treiben. Und dies nur um uns aus Angst vor dem eigenen Abstieg nicht mit den realen sozialen Spaltungen in unserer nächsten Nähe auseinander setzen zu müssen", ergänzt Ragnar Lüttke, Mitglied der Bürgerschaft für die LINKE. "Wir müssen aus Fehlern lernen und dürfen nicht weiter die Augen vor den Tatsachen verschließen. Wir brauchen sozialen Wohnraum in begehrten Stadtviertel und müssen unatraktive Viertel durch hochpreisiges Wohnen attraktiver machen", so Lüttke weiter.

Lüttke wünscht sich vor allem mehr bezahlbare Wohnmöglichkeiten in der Innenstadt. "Eine Belebung der Innenstadt erhalten wir nur damit, dass Menschen dort wohnen. Das heißt aber auch bezahlbares Wohnen für Durchschnitts- und Geringverdiener."

Die LINKE setzt sich weiter für eine konsequente Umsetzung der bestehenden, jedoch in der Praxis nie wirklich umgesetzten Quote ein und lehnt die praktizierten Ausnahmeregelungen ab.