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11. Januar 2018

DIE LINKE :Entsetzen über frauenfeindliche und rassistische Hetze von Stöcker

Mit Entsetzten hat DIE LINKE das rassistische und frauenfeindliche Skript einer Rede zu Kenntnis genommen, die Winfried Stöcker anlässlich einer Weihnachtsfeier bei Euroimmun gehalten und auf seiner Homepage veröffentlicht hat.

In dieser Ansprache werden sexuelle Belästigung und Übergriffe auf Frauen nicht nur lächerlich gemacht und verharmlost, er fordert darüber hinaus seine Mitarbeiter auf  innerhalb der Belegschaft "ran zu gehen" und sich ein "hübsches Mädchen" zu suchen, um möglichst viele deutsche Kinder zu zeugen. Stöcker lässt in seiner Rede nichts aus und verhält sich schamlos sexistisch, rassistisch und populistisch.

"Diese Rede macht sprachlos und lässt einen an der der geistigen Gesundheit des Verfassers zweifeln", so Katjana Zunft, Vorsitzende der Lübecker LINKEN und frauenpolitische Sprecherin ihrer Partei. "Ich lese darin eine Aufforderung zu Vergewaltigungen und sexueller Gewalt – sprich zu Straftaten. Stöcker scheint weder Grundgesetz und Strafgesetzbuch zu kennen, noch ernst zu nehmen. Wir werden prüfen, in wie weit seine Aussagen strafbar sind und dann Anzeige erstatten", so Zunft weiter.

Katjana Zunft setzt sich beruflich wie politisch stark für Frauen und gegen Gewalt an Frauen ein. Vor einem Jahr war sie die Initiatorin des Womens March in Lübeck, an dem 1500 Lübeckerinnen und Lübecker ein deutliches Zeichen für Frauenrechte und gegen Diskriminierung setzte.

"Wir erwarten, dass die Stadt Lübeck sich voll und ganz von Herrn Stöcker distanziert und weder weitere Spenden dieser Person annimmt, noch irgendwelches Entgegenkommen zeigt oder Zugeständnisse beim Flughafen macht", fordert Zunft." Solche Aussagen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden und verlangen nach deutlichen und konsequenten Antworten. Lübeck ist eine bunte, weltoffene und freie Stadt, die weder Frauenfeindlichkeit, noch Gewaltverherrlichung und Rassismus duldet! Egal welche Rolle jemand für die Stadt spielt  und gerade wenn diese Person als Lübecker Arbeitgeber eine Vorbildfunktion einnehmen sollte“, stellt Katjana Zunft klar.

„Wenn man diese Allmachtsphantasien liest, kann man nur vermuten, dass sich dahinter ein kleiner Geist und ein großes Geltungsbedürfnis a la Donald Trump verbirgt. Wenn diese Aussagen nicht so ein bitteres Bild auf das männliche Geschlecht und die Verharmlosung von Straftaten werfen würden und Nachahmer fände, könnte man ihn nur milde belächeln. Man muss sich fragen, in welchem Geisteszustand dieser Mann ist und ob er noch weiß, was er von sich gibt. Die Rede wurde auf der Weihnachtsfeier von Euroimmun öffentlich gehalten und ich kann nur allen  Mitarbeiter*innen raten, sich rechtzeitig Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn sie innerhalb der Firma sexuelle Belästigung oder Schlimmeres erleben."