Wochenmarkt statt Weltmarkt für lebendige und ökologische Stadtteile

DIE LINKE. Lübeck steht für Wochenmarkt statt Weltmarkt, für mehr Aufklärung über die Folgen von Fleischkonsum. Insbesondere im Agrarland Schleswig-Holstein kommt uns dabei eine entscheidende Rolle zu. Wir fordern eine radikale Agrarwende und die Abkehr von Megaställen und Exportorientierung. Die Tierbestände in Schleswig-Holstein müssen durch Obergrenzen deutlich reduziert werden. Dieser schrittweise Ausstieg muss sozial flankiert werden. Die Flächenbindung, muss endlich her: Statt Megastall-Tierhaltung dürfen nur so viele Tiere gehalten werden, wie vor Ort an Fläche zur Verfügung steht. Der Export von Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln darf nicht länger subventioniert werden, da er zur Zerstörung des Klimas sowie der lokalen landwirtschaftlichen Strukturen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im globalen Süden und regional beiträgt.

 

DIE LINKE steht gegen die Turbo-Globalisierung der Agrarmärkte ein, von der nur die großen Konzerne und Agrar-Oligarchien profitieren. Wir wollen die regionale, nachhaltige Landwirtschaft in Schleswig-Holstein durch eine ökologische Klima-Offensive stärken. Landwirte müssen für Umstieg auf nachhaltiges Wirtschaften und Ökolandbau unterstützt und für Klimaschutz belohnt werden. Für Klimaschäden müssen die zur Kasse gebeten werden, die keinen ausreichenden Klimaschutz betreiben, und es müssen die entschädigt werden, die keine Verantwortung für die Klimakrise tragen.

 

Dabei wollen wir den lokalen umweltbewussten Konsum stärken. Hierzu ist eine finanzielle Sicherung der Wochenmärkte und Stärkung lokaler Anbieter notwendig. Wir wollen die Exportstrategie in der Agrarpolitik beenden und durch eine sozial gerechte und ökologische Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt auf regionaler Erzeugung ersetzen, Verarbeitung und Vermarktung stärker fördern. Leitendes Prinzip linker Agrarpolitik ist eine auf das Gemeinwohl orientierte Landwirtschaft, die auf das internationale Konzept der Ernährungssouveränität ausgerichtet ist und einen angemessenen Beitrag zu einer nachhaltigen Versorgung mit erneuerbaren Energien leistet.

 

Wir wollen Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel demokratisieren, Transparenz gewährleisten, langfristige Umweltwirkungen stärker berücksichtigen und den Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel in Lübeck verbieten. Der Ökolandbau in den Lübecker Rand-, und Umlandgebieten muss ausgebaut werden und regionale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen als Gegenstrategie zur Marktmacht von Schlachthof-, Molkerei- und Handelskonzernen gefördert.

Wir wollen Mundraub entkriminalisieren: Sich Lebensmittel aus Abfall-Containern zu holen, soll nicht mehr strafbar sein, hierzu wollen wir mit den Lübecker Versorgern an einem gemeinsamen runden Tisch über eine Selbstverpflichtung sprechen.

 

Unsere Vision von der Landwirtschaft Lübecks und der umliegenden Kommunen im Jahr 2050: Sie gestaltet den ländlichen Raum, ist Grundlage unserer Naherholung, sichert lebendige Stadtteile, sowie die Versorgung mit Arbeitsplätzen und Lebensmitteln. Sie ist nachhaltig und sozial, Produkte werden überwiegend regional vermarktet. Bäuerliche Betriebe wirtschaften nachhaltig und im Einklang mit der Natur und dem Leben.

 

Lebendige Stadtteile mit Dorfgemeinschaftszentren, die das Leben und Arbeiten im und um den ländlichen Raum lebenswert machen, regionale Einkaufsmöglichkeiten und eine gute medizinische Versorgung bieten, sind prägend. Dies schätzen auch die Tourist*innen. Lübeck soll die Adresse für einen sanften, ökologischen Tourismus werden. Dies alles kommt lokalen und regionalen Anbieter*innen, Anwohnenden und Besucher*innen, sowie einer nachhaltigen Wirtschaft gleichermaßen zugute.