Sozial-ökologischer Umbau des Nahverkehrs und der Mobilität

Eine nachhaltige Infrastrukturentwicklung setzt auf Verkehrsvermeidung, kurze Wege und energiesparende Verkehrsmittel. Befriedigung grundlegender Mobilitätsbedürfnisse muss für Alle unabhängig vom Geldbeutel so umweltfreundlich wie möglich gewährleistet werden. Sie ist ein wesentlicher Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Unser Ziel ist ein flächendeckendes und barrierefreies Angebot des öffentlichen Verkehrs mit attraktiver Taktung, guten Umsteigemöglichkeiten sowie sozialverträglichen Tarifen. Einen unentgeltlichen Nahverkehr sehen wir als Vision, auf die wir hinwirken. Der öffentliche Personennah- und -fernverkehr muss unter Einbeziehung von Interessenvertretungen der Fahrgäste, Beschäftigten,Umweltverbände und anderen Betroffenen demokratisch reguliert und betrieben werden.

Gerade in Schleswig-Holstein jedoch, muss aufgrund der katastrophalen Infrastruktur in den ländlichen Regionen langfristiger gedacht werden. Wo in urbanen Ballungszentren der Umbau weg vom Individualverkehr zeitnaher erfolgen kann, kommt in Schleswig-Holstein Übergangstechnologien eine spezielle Bedeutung zu. DIE LINKE wird hier eine offene Debatte über Möglichkeiten finanzierbarer, alternativer Antriebe für PKW führen, um möglichst viele Menschen auf dem Weg zur Verkehrswende mitzunehmen und Hemmschwellen und Ängste im Bereich der Arbeitsmobilität abzubauen. Dies ist insbesondere in Lübeck aufgrund der Vielzahl von Pendler*innen wichtig. Daher muss ein Lübecker Verkehrskonzept in eine landesweite Umstrukturierung des Nahverkehrs eingebunden sein und im Rahmen eines Anschlusses an den HVV diskutiert werden.



DIE LINKE in Lübeck setzt auf eine Kombination aus einer Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs durch eine soziale Umgestaltung der Ticketpreise, mit dem Ziel eines kostenlosen Nahverkehrs und einer Unterstützung klimafreundlicher Antriebstechniken. Dabei wollen wir neue Konzepte und Technologien mitdenken und die kommunale technologische Infrastruktur bereitstellen. Gleichzeitig streben wir eine deutliche Stärkung des Radverkehres an und die Schaffung eines flächendecken Straßenbahnnetzes.

Der Nahverkehr in Lübeck ist nicht nur zu teuer, sondern auch ungünstig getaktet. Die Randgebiete der Stadt werden nur unzureichend angefahren. Menschen mit geringem Einkommen, insbesondere Rentner*innen, Schüler*innen und Menschen im SGBII Bezug, die zumeist auf den Busverkehr angewiesen sind, ist es bei den aktuellen Preisen kaum möglich den Bus zu nutzen. Termine oder Veranstaltungen außerhalb der fußläufig erreichbaren Gebiete können so entweder gar nicht oder nur schwer wahrgenommen werden. 

Ebenso wichtig wie eine Umstrukturierung des Nahverkehrs ist es Anreize dafür zu schaffen vermehrt alternative Verkehrsmittel zu nutzen. Hierzu muss die Förderung und Finanzierung des Radverkehrs deutlich erhöht werden. Langfristiges Ziel sollte die Inbetriebnahme einer Lübecker S-Bahn sein, welche die Stadtteile stärker miteinander vernetzt. Dies wäre nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern würde auch die Innenstadt und umliegende Kreise vom Autoverkehr und unnötigen Umweltschäden durch den durch Autos verursachten CO2-Ausstoß entlasten. Zudem würden Lübecker Knotenpunkte nach und nach entschärft. Klares Ziel bleibt die Reduzierung des Individualverkehrs und die Reduzierung des Schadstoffausstoßes durch den Restverkehr. Hierfür sind massive Investitionen in die Infrastruktur auf allen Ebenen notwendig.